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Zwei Netzwerker bohren dicke Bretter

Auch wenn er selbst nicht betroffen ist: Menschen mit Behinderungen liegen Marc Kohrs am Herzen. Seit sieben Jahren engagiert sich der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende
beim Coko-Werk als Schwerbehindertenvertreter. Unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst beim Netzwerk Lippe hat er viel zum Wohl der Kollegen erreicht, sagt er. Der Werkzeugmechaniker hat in seinem privaten Umfeld mit vielen Betroffenen zu tun, und er weiß: „Behindertenrecht ist kompliziert. Ganz viele Leute kennen sich überhaupt nicht damit aus.“ Auch manche Arbeitgeber haben da Wissenslücken, bestätigt Diana Solomon vom Integrationsfachdienst beim Netzwerk Lippe. Sie versucht, beiden Seiten dabei zu helfen, das Beste für alle Beteiligten rauszuholen. „In erster Linie geht es dabei darum, die Beschäftigung zusichern, und zwar zur beiderseitigen Zufriedenheit.“ Dass der Arbeitgeber eine Menge davon hat, behinderten
Menschen eine Chance zu geben, ist mittlerweile auch in der Chefetage des Kunststoffwerkes angekommen. „Am Anfang war die Skepsis groß, aber mittlerweile akzeptiert der Arbeitgeber die Rolle der Schwerbehindertenvertretung im Betrieb immer mehr“, sagt Kohrs mit einiger Befriedigung. „Er spart bares Geld.“ Waren vor sieben Jahren in dem Betrieb mit mehr als 500 Mitarbeitern nur sechs Schwerbehinderte offiziell im Betrieb gemeldet, sind es heute 27. Längst muss das Coko- Werk keine Ausgleichszahlungen mehr zahlen, die fällig wird, wenn Unternehmen die Schwerbehindertenquote nicht erfüllen. Nach und nach haben sich mehr Kollegen aus der Deckung getraut – das Ergebnis vieler Gespräche, Überzeugungs- und Vertrauensarbeit. Dicke Bretter sind da zu bohren: „Schwerbehinderung ist immer noch ein Stigma, und viele Kollegen trauen sich nicht, sich zu outen. Mir hat sogar schon einmal einer gesagt, er will dem Unternehmen keine Schwierigkeiten machen.“ Dass der Arbeitgeber aber klare Vorteile durch gelebte Inklusion hat und so auch das Betriebsklima verbessern kann,muss sich erst einmal rumsprechen. Es
braucht Offenheit auf allen Seiten, bestätigt Diana Solomon. In ihrem ersten gemeinsamen Fall ging es um einen Mitarbeiter, der aufgrund seiner Erkrankung stark in seiner Leistung abfiel. „Irgendwann hat die Geschäftsleitung gesagt: Entweder ihr macht etwas, oder wir trennen uns von ihm“, berichtet Marc Kohrs. Es braucht Offenheit auf allen Seiten, bestätigt Diana Solomon. In ihrem ersten gemeinsamen Fall ging es um einen Mitarbeiter, der aufgrund seiner Erkrankung stark in seiner Leistung abfiel. „Irgendwann hat die Geschäftsleitung gesagt: Entweder ihr macht etwas, oder wir trennen uns von ihm“, berichtet Marc Kohrs. In einem anderen Beispiel ging es um eine Kollegin mit psychischer Erkrankung. Ein Abteilungswechsel und auch hier eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes erleichterten die Wiedereingliederung. „Wichtig ist, dass man frühzeitig miteinander spricht“, betont Diana Solomon, die sich selbst in der Rolle der Moderatorin und Netzwerkerin sieht, „dann können wir alle Möglichkeiten abklopfen. Aber wir können nicht Feuerwehr spielen, wenn alles schon gelaufen ist.“

(Lippische Landes-Zeitung vom 2. Dezember 2017, Seite 15)


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